PMS & PMDD: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten Einleitung
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Viele Menschen kennen das Gefühl: Kurz vor Beginn der Menstruation verändert sich der Körper – Stimmungsschwankungen, Unterleibsschmerzen oder ein allgemeines Unwohlsein treten auf. Dieses Phänomen, bekannt als Prämenstruelles Syndrom (PMS), betrifft einen großen Teil der menstruierenden Personen in unterschiedlicher Intensität. Während es bei manchen eher leichte Beschwerden gibt, können die Symptome bei anderen so stark ausgeprägt sein, dass sie den Alltag erheblich beeinträchtigen. In besonders schweren Fällen spricht man von der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDD), einer medizinisch anerkannten Unterform von PMS, die mit starken psychischen und körperlichen Beschwerden einhergeht.
Doch was genau sind die Ursachen für PMS und PMDD? Welche typischen Symptome treten auf – und welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?
Was ist PMS?
Das prämenstruelle Syndrom (PMS) beschreibt eine Vielzahl an Beschwerden, die etwa 7–14 Tage vor der Menstruation auftreten und mit Einsetzen der Blutung abklingen.
Häufige PMS-Symptome:
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Nervosität
- Müdigkeit, Schlafprobleme
- Kopfschmerzen, Wassereinlagerungen, Brustspannen
- Heißhunger oder Verdauungsprobleme
👉 Viele Frauen erleben PMS in leichter Form, doch bei einigen sind die Einschränkungen stark spürbar.
Was ist PMDD?
Die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDD) ist eine besonders schwere Form von PMS und wird von Fachleuten als psychische Erkrankung klassifiziert.
Typische PMDD-Symptome:
- starke Depressionen, Antriebslosigkeit
- Angstzustände und Panikattacken
- ausgeprägte Reizbarkeit und Konflikte im Alltag
- Konzentrationsprobleme
- in schweren Fällen: Suizidgedanken
📌 Während PMS häufig ist, betrifft PMDD schätzungsweise 3–8 % der menstruierenden Frauen.
Ursachen von PMS & PMDD
Die genauen Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Bekannt ist jedoch, dass hormonelle Schwankungen im Zyklus eine Schlüsselrolle spielen:
- Hormonschwankungen : Vor allem Veränderungen im Progesteron- und Östrogenspiegel während der Lutealphase (Zeit nach dem Eisprung bis zur Menstruation) können Stimmung und Körper beeinflussen.
- Neurotransmitter : Besonders der Botenstoff Serotonin scheint eine Verbindung zum Auftreten von Stimmungssymptomen zu haben. Ein Ungleichgewicht kann depressive Verstimmungen begünstigen.
- Genetische Faktoren : Studien zeigen, dass PMS und PMDD familiär vorkommen können, was auf eine genetische Komponente hingewiesen wurde.
- Lebensstil & Umweltfaktoren : Stress, Schlafmangel, Ernährung und Bewegungsmangel können die Beschwerden verstärken.
Symptome von PMS
Die Symptome variieren in der Kunst und Intensität von Person zu Person. Sie lassen sich grob in zwei Bereiche einteilen:
- Körperliche Symptome: Brustspannen, Blähungen, Kopfschmerzen, Heißhunger, Wassereinlagerungen, Muskel- und Gelenkschmerzen.
- Emotionale & psychische Symptome: Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Nervosität, depressive Verstimmungen, Konzentrationsprobleme.
Die Beschwerden sind meist einige Tage bis zwei Wochen vor der Menstruation am stärksten und verschwinden mit Einsetzen der Blutung.
Symptome von PMDD
Im Unterschied zu PMS sind die Symptome bei PMDD deutlich ausgeprägter und stärker beeinträchtigt. Häufig treten auf:
- starke depressive Stimmungen oder das Gefühl der Hoffnungslosigkeit
- intensive Reizbarkeit oder Wut
- Panik- oder Angstattacken
- erhebliche Erschöpfung und Schlafstörungen
- Schwierigkeiten im sozialen und beruflichen Alltag
Für viele Betroffene ist PMDD mehr als eine „verstärkte Form von PMS“: Es handelt sich um eine ernste gesundheitliche Störung, die eine gezielte Behandlung erfordert.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung orientiert sich an der individuellen Symptomschwere und kann verschiedene Ansatzpunkte kombinieren:
1. Lebensstil & Selbsthilfe
- Regelmäßige Bewegung (z.B. Ausdauer- oder Entspannungssport wie Yoga)
- Ausgewogene Ernährung mit wenig Zucker, Koffein und Alkohol
- Genügend Schlaf und Stressmanagement, z.B. durch Meditation oder Achtsamkeit
- Symptomtagebuch, um Auslöser und Muster besser zu erkennen
2. Medizinische Therapie
- Hormonpräparate (z. B. Antibabypille oder spezielle Gestagene) zur Regulierung hormoneller Schwankungen
- Antidepressiva (SSRIs) bei starken psychischen Beschwerden, besonders wirksam bei PMDD
- Schmerzmittel zur Linderung körperlicher Symptome
- In schweren Fällen: andere Medikamente, die die Hormonproduktion unterdrücken (unter ärztlicher Aufsicht)
3. Therapeutische Unterstützung
- Psychotherapie (z. B. kognitive Verhaltenstherapie), um mit Stimmungsschwankungen und Stress besser umzugehen
- Gruppentherapien oder Selbsthilfegruppen für Austausch und Unterstützung
PMS und PMDD betreffen Millionen Menschen weltweit – doch die Beschwerden werden oft unterschätzt. Während PMS in vielen Fällen durch Veränderungen im Lebensstil gelindert werden kann, erfordert PMDD häufig eine medizinische Behandlung. Wichtig ist, die eigenen Symptome ernst zu nehmen und rechtzeitig Unterstützung zu suchen.
Der erste Schritt besteht oft darin, Beschwerden über den Zyklus hinweg zu dokumentieren und mit ärztlichem Fachpersonal darüber zu sprechen. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich für die meisten Betroffenen die Lebensqualität spürbar verbessern.
Wie viele Zyklen sollte ich beobachten, bevor ich eine Diagnose erwäge
Für eine verlässliche Diagnose von zyklusabhängigen Beschwerden wie PMS oder PMDS wird empfohlen, Symptome über mindestens zwei bis drei Menstruationszyklen hinweg genau zu beobachten und zu dokumentieren. Dieses zyklische Muster hilft Ärztinnen und Ärzten, zwischen vorübergehenden Stimmungsschwankungen und behandlungsbedürftigen Störungen zu differenzieren. Tagebuchaufzeichnungen oder Zyklus-Tracking-Apps unterstützen dabei sehr gut.
Bei Zyklusstörungen oder fehlendem Eisprung wird ebenfalls meist empfohlen, mehrere Zyklen (mindestens drei) zu beobachten, um ein aussagekräftiges Bild zu erhalten, bevor eine Diagnose oder weiterführende Untersuchungen in Betracht gezogen werden.
Entscheidend ist die systematische Beobachtung über diese Zeitspanne, um wiederkehrende Muster zuverlässig erkennen zu können und individuelle Abweichungen vom normalen Zyklusverlauf festzustellen.
Zusammenfassend: Vor einer Diagnose sollten Symptome idealerweise über mindestens zwei bis drei Zyklen verfolgt werden. Bei Unsicherheiten oder starken Beschwerden sollte regelmäßig ein ärztlicher Rat eingeholt werden.